2 Monate Montessorischule in Kalifornien

Die Monarch Bay Montessori Academy (MBMA) befindet sich direkt am Pacific Coast Highway in Südkalifornien. Also zwischen Los Angeles und San Diego. Wenn man sich anstrengt, kann man am Eingang sogar das Meer rauschen hören.

Drinnen rauscht allerdings der ganz normale Schulalltag. Kindergarten, Vorschule, Grundschule – alles unter einem Dach. Die Räume sind ganz nach Montessori eingerichtet – ein großer Teppich in jedem Raum, das Material fein säuberlich in Regale einsortiert und beschriftet. Der Pflichtunterricht startet jeden Tag um 8:30 Uhr und endet um 14:30 Uhr. Danach werden an einzelnen Tagen noch Zusatzaktivitäten angeboten, wie zum Beispiel Kochkurse oder Forscherwerkstatt.

Was ist anders als an der Montessorischule in Darmstadt? Elternprojekte gibt es hier nicht. Aber feste Dienste, die an die Kinder verteilt werden. Dabei müssen auch die Tiere versorgt werden, die in manchen Klassenräumen leben: ein blauer Frosch und „Black Jack“, die Echse, müssen in ihren Terrarien regelmäßig gefüttert werden.

Für Mathilda ist natürlich die Sprache erstmal die größte Herausforderung. Als Zweitklässlerin an der Monte in Darmstadt hat sie bisher nur Grundkenntnisse in Englisch erworben. Die zwei Lernbegleiterinnen geben sich viel Mühe, Mathilda so gut wie möglich beim Verständnis zu helfen. „Am besten gefällt mir der Musikunterricht“, schwärmt Mathilda. Da spielt die Sprache keine Rolle und alle Kinder singen lustige Lieder auf Englisch.

Mit ca. 60 Kindern ist die Schule auch eher klein. Alles ist auf einer Ebene, die Türen sind fast immer alle offen. Das Sekretariat befindet sich im Eingangsbereich, wo jeden Tag Eltern und Kinder vorbeimarschieren. In jedem Raum gibt es angeschlossene Toiletten und ein kleines Waschbecken zum Händewaschen. Auch das Frühstück und Mittagessen findet direkt im eigenen Klassenraum statt.

Disziplin und Respekt spielen hier eine große Rolle. Bevor es in die Pause geht, stellen sich alle Kinder in einer Reihe auf. Erst spielen die Kleinen auf dem angeschlossenen Schulhof. Etwas später klettern dann die größeren Kinder auf dem Klettergerüst oder buddeln im Sandkasten. Henry ist als Sechstklässler in einem anderen Gebäude untergebracht. 3 Gehminuten vom Haupthaus entfernt. Auch hier gibt es ein Klassentier – eine alte Landschildkröte namens Mo.

Zu Beginn des Tages wird geplant, was ansteht. Für die größeren Schüler:innen ist relativ streng geregelt, wann welches Fach oder welches Thema dran ist. Es gibt einen genauen Plan, wann zum Beispiel welches Mathethema stattfindet. Kunst und Sport stehen auch jede Woche an. Für Henry ist es schon deutlich einfacher, sich in der englischen Sprache zurechtzufinden. Er wird behandelt, wie jeder andere in der Klasse auch – muss zum Beispiel dieselben Textaufgaben in Mathe lösen wie die Muttersprachler:innen.

Was das Beste hier ist? „Die Pausen. Da kann ich Fußball spielen. Die anderen sind noch nicht so gut im Fußball. Das ist hier nicht ganz so beliebt wie bei uns. Aber ich bringe es ihnen bei“, grinst Henry.

Welche Erfahrung haben wir gemacht? So viel ist sicher: Die 2 Monate an der MBMA waren eine besondere Erfahrung für Henry und Mathilda. Henry hat so viel Englisch gelernt, wie noch nie in seinem Leben. Mathilda hat gelernt mit vielen neuen Herausforderungen umzugehen. Nach zwei anstrengenden ersten Wochen – auch manchmal mit Tränen – wollten die beiden sogar beim Zusatzangebot mitmachen: ein Abend ohne Eltern in der Schule, gemeinsames Abendessen, Spielen, Malen und Filmschauen. Um 10 Uhr abends haben wir beide Kinder abgeholt – müde, aber glücklich und zufrieden. Ich glaube, das ist das beste Kompliment, das die MBMA von unseren Kindern bekommen kann.

Denise (Eltern)