Als ich am Donnerstagnachmittag beim Aufbau auf dem Schulgelände stand, zeigte das Thermometer deutlich über 30 Grad.
Es war eine dieser Wochen, in denen eigentlich alle schon mehr als genug zu tun haben. Die letzten Schultage vor den Sommerferien. Projekte wollen abgeschlossen werden, Zeugnisse stehen an, Termine häufen sich. Und trotzdem standen dort Eltern, Lernbegleitungen und Mitarbeitende, schleppten Bänke, bauten Pavillons auf, organisierten Technik und bereiteten alles für das Sommerfest vor.
Als wir am Samstagmorgen weitermachten, war klar: Es würde heiß werden.
Sehr heiß.
Doch die Temperatur rückte irgendwann in den Hintergrund. Mit den ersten Gästen füllte sich das Gelände mit Leben. Kinder liefen über den Hof, Familien kamen miteinander ins Gespräch, ehemalige Schüler:innen schauten vorbei, Geschwisterkinder spielten zwischen den Ständen und überall entstanden kleine Begegnungen.
Es war eines dieser Feste, bei denen man ständig irgendwo stehen bleibt, weil man jemanden trifft, mit dem man schon lange einmal wieder sprechen wollte.
Was Schule alles sein kann
Natürlich gab es ein vielfältiges Programm.
Was mich jedes Jahr besonders berührt, ist die Vielfalt der Menschen, die hier zusammenkommen. An unserer Schule lernen Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse an einem Ort. Die Jüngsten haben gerade erst ihre ersten Schuljahre begonnen, die Ältesten stehen kurz vor ihrem nächsten Lebensabschnitt.
Beim Sommerfest wird diese besondere Mischung sichtbar.
Da sitzen Grundschulkinder gespannt vor der Bühne, während ältere Schüler:innen das Programm mitgestalten. Eltern helfen an Ständen oder beim Organisieren im Hintergrund. Lernbegleitungen kommen mit Familien ins Gespräch. Überall wird deutlich, wie viele Menschen dazu beitragen, dass Schule gelingen kann.
Ein herzliches Willkommen für die neuen Schulanfänger:innen
Zu den schönsten Traditionen des Sommerfestes gehört für mich die Begrüßung der neuen Schulanfänger:innen.
Während auf der Bühne die Namen der Kinder aufgerufen werden, wächst die Spannung spürbar. Nach und nach kommen die zukünftigen Erstklässler:innen nach vorne, wo ihre Pat:innen bereits auf sie warten.
Jedes Kind erhält einen liebevoll gestalteten Beutel mit kleinen Willkommensgeschenken und wird ganz offiziell in die Schulgemeinschaft aufgenommen.
Es sind besondere Momente. Manche Kinder strahlen vor Freude, andere wirken noch etwas aufgeregt. Für viele Familien wird an diesem Nachmittag zum ersten Mal konkret spürbar: Jetzt geht es bald wirklich los.
Besonders schön finde ich, dass nicht nur die Kinder begrüßt werden. Auch ihre Eltern werden als neue Familien in der Schulgemeinschaft willkommen geheißen.
Gerade an einer Schule wie unserer wird deutlich, dass Schule weit über den Unterricht hinausgeht. Sie lebt von den Menschen, die sie gemeinsam gestalten. Die Begrüßung der neuen Familien macht genau das sichtbar.
Ein besonderer Moment: Die Verabschiedung der Absolvent:innen
Der emotionalste Moment des Nachmittags war für mich die Verabschiedung der Abschlussklasse.
Wie jedes Jahr wurden die Absolvent:innen auf die Bühne gebeten und erhielten ihre Zeugnisse. Für viele Familien ist das ein Augenblick, auf den sie über Jahre hingearbeitet haben.
Plötzlich stehen dort junge Menschen, die viele Jahre Teil dieser Schulgemeinschaft waren und nun ihren nächsten Schritt gehen.
Auch in diesem Jahr gab es allen Grund zum Feiern: Alle Absolvent:innen konnten ihren Abschluss erfolgreich erreichen und die Ergebnisse waren durchweg sehr erfreulich.
Besonders berührend war die Ansprache einer Absolventin. Sie blickte auf ihre Schulzeit zurück und bedankte sich bei den Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben. Ein kurzer Moment, der viele Erinnerungen wachgerufen hat und deutlich machte, wie viel mehr hinter einem Schulabschluss steckt als Noten auf einem Zeugnis.
Während wenige Minuten zuvor die neuen Schulanfänger:innen begrüßt wurden, verabschiedeten sich nun die Absolvent:innen. Ein schöner und zugleich bewegender Moment, der zeigt, wie viele Jahre zwischen dem ersten Schultag und dem Schulabschluss liegen – und wie viel Entwicklung in dieser Zeit möglich ist.
Die Open Stage: Mut, Talent und Begeisterung
Im Anschluss verlagerte sich das Geschehen in die Mensa zur Open Stage.
Mehrmals im Schuljahr bietet sie allen Schüler:innen die Möglichkeit, auf die Bühne zu gehen und etwas zu präsentieren, das ihnen Freude macht. Gesang, Tanz, Rap, Theater, die Schulband oder ganz eigene Ideen – alles hat hier seinen Platz.
Auch beim Sommerfest wurde wieder deutlich, wie viel Mut in diesen Auftritten steckt. Vor vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Kinder und Jugendlichen tun es mit beeindruckender Natürlichkeit und vor allem mit großer Freude.
Das Publikum begleitet die Auftritte mit Begeisterung. Es wird geklatscht, angefeuert und nicht selten nach einer Zugabe gerufen.
Besonders schön finde ich dabei, dass die Kinder zeigen, was ihnen Freude macht und worauf sie stolz sind. Sie erleben, dass ihre Ideen und Talente gesehen werden – und wachsen mit jedem Auftritt ein Stück über sich hinaus.
Warum sich der ganze Aufwand lohnt
Als gegen 18 Uhr die letzten Programmpunkte beendet waren, begann der Abbau.
Wieder wurden Tische getragen, Kabel eingerollt, Pavillons abgebaut und Material verstaut.
Nach Tagen der Vorbereitung und einem sonnigen Sommertag auf dem Schulgelände war allen bewusst, wie viel Engagement in diesem Fest steckt.
Am Ende blieb vor allem das gute Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine gestellt zu haben.
Vielleicht, weil das Sommerfest jedes Jahr sichtbar macht, was unsere Schule ausmacht: Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und gemeinsam etwas gestalten.
Für mich ist das Sommerfest deshalb weit mehr als ein schöner Nachmittag. Es ist jedes Jahr ein besonderer Abschluss eines intensiven Schuljahres – und ein schöner Moment, um noch einmal zu erleben, was unsere Schulgemeinschaft ausmacht.





















