Montessori-Schulen gibt es weltweit. Eine davon, haben wir kennengelernt. Zwischen den Oster- und den Sommerferien verbrachten wir als Familie einen Auslandsaufenthalt in Kanada, in der Stadt Barrie, die ähnlich groß ist, wie Darmstadt.
Dort besuchten die Kinder die Barrie Montessori School. Diese besteht aus Kindergarten (Pre school für 4 und 5-Jährige), Grundschule (Elementary School) und weiterführender Schule bis einschließlich 8. Klasse (Secondary School) auf einem Gelände.
Insgesamt besuchen ca. 55 Kinder die Schule. Besonders ist, dass alle Kinder in einem sehr großen Raum zusammen sind, die unterschiedlichen Stufen nur durch Raumteiler aufgeteilt. Die Kinder der Preschool, die Juniors (1.-3.- Klasse) und die Seniors (4.-8. Klasse) können sich also frei im gesamten Lernraum bewegen. Es gibt zusätzlich eine Sporthalle, einen Kunstraum und einen Schulhof.
Direkt nach den Osterferien ging es los. Die Kinder waren enorm aufgeregt.
Insbesondere die fremde Sprache, dass alles auf Englisch sein würde, brachte Verunsicherung.
Was war neu und anders? Zu Beginn des Schultags wurde die Hymne Kanadas gespielt – Oh Canada – alle hielten inne, waren still, manche legten die rechte Hand aufs Herz oder sangen auch mit. Dass wir alle im selben großen Raum waren, war einerseits toll. Wir konnten uns jederzeit treffen und z.B. gegenseitig helfen. Andererseits war es manchmal auch sehr laut.
Manche Sachen kannten wir gut von zuhause. Z.B. wurde auch mit den Perlenketten für das Einmaleins gearbeitet. Auch an der BMS organisieren die Kinder ihre Arbeit selbst und haben Wochenpläne. Die Seniors haben sehr viel an Laptops gearbeitet.
In der Barrie Montessori School gab es anders als bei uns Noten. Am Ende des Schuljahres gab es Auszeichnungen für die Besten in Mathe, Buchstabieren und andere mehr. Sie wurden vor der gesamten Schule für ihre Leistungen gelobt. Traurig daran war, dass es manche Kinder gab, die gar keine Auszeichnung bekamen.
Besonders toll für uns waren die Ausflüge. Die „Juniors“ fuhr mit einem filmreifen gelben Schulbus nach „Black Creek“ ein Freilichtmuseum, in der die Kinder erleben konnten, wie das Leben in Ontario vor langer Zeit war. Z.B. konnten die Kinder an einem echten Spinnrad Wolle spinnen. Die „Seniors“ machte einen Ausflug nach Toronto, besuchte dort Ripley’s Aquarium und ein Baseball Spiel der Toronto Blue Jays.
An der Barrie Montessori School gibt es keine Klassenfahrten mit Übernachtung, nur Tagesausflüge.
Toll wäre es, in der FMS auch einen Schulhasen oder ein anderes Schultier zu haben. Hase „Ginger“ war bei allen sehr beliebt. Und auch die sogenannten „Spirit Days“ fanden wir eine lustige Idee. Einmal war „Crazy Hair Day“ und alle durften mit lustigen Frisuren in die Schule kommen. Ein anderes Mal durfte man das Trikot seines Lieblingssportteams anziehen. Dafür konnte man sogar Punkte für seine Klasse sammeln.
Am Ende des Schuljahres präsentierten wir Musikstücke und Kunstwerke bei der „Celebration of the Arts“. Alle Angehörigen waren eingeladen.
Jeden Tag 25 Minuten mit dem Auto zur Schule und wieder zurück zu fahren werden wir zuhause nicht vermissen. Schwierig war es auch, wirklich Freundschaften zu knüpfen. Die Sprache und dass wir dann doch nur 10 Wochen dort waren, machten das schwer.
So haben wir uns umso mehr auf die eigene Schule und die Freunde zuhause gefreut. Es war schon interessant zu sehen, wie es an einer anderen Schule ist, dass manchesähnliches ist und manches sehr anders. Insgesamt finden wir es zuhause besser.






Wiebke (Eltern)
