An einem Mittwochabend im Juni verwandelte sich die Schule in einen Ort voller Vorfreude, Kreativität und Theaterspaß. Alle Kinder, Eltern und Mitarbeitenden waren eingeladen, die Aufführung des diesjährigen Donnerstagsprojekts der Schülerinnen und Schüler aus Sekundaria und Tertia zu besuchen. Schon beim Ankommen war die besondere Stimmung spürbar: geschäftiges Treiben hinter den Kulissen, erwartungsvolle Gespräche im Publikum und eine angenehme Aufregung, die in der Luft lag.
Präsentiert wurde das Theaterstück „Ach wie gut, dass niemand weiß!“, das sich auf humorvolle und zugleich überraschend tiefgründige Weise mit der Zukunft der Märchen beschäftigte. Ausgangspunkt der Geschichte war die Idee, dass Märchen angeblich nicht mehr zeitgemäß seien und deshalb modernisiert, rationalisiert und effizienter gestaltet werden müssten. Angeführt von der Hexe Raffzahn, der selbsternannten Betriebsratsvorsitzenden der Märchen-GmbH, geraten die bekannten Märchenfiguren unter Druck, ihre Geschichten den Anforderungen einer modernen Welt anzupassen.
Dabei entstanden zahlreiche komische Szenen, die für viel Gelächter im Publikum sorgten. So geht der Vater der sieben Geißlein nicht mehr in den Wald, sondern kurzerhand zu McDonald’s, um Essen zu besorgen. Rotkäppchens Großmutter wird aus Effizienzgründen ganz gestrichen, sodass der Wolf gleich beide Rollen übernimmt. Immer wieder wurden bekannte Märchenmotive auf den Kopf gestellt und mit viel Witz und Einfallsreichtum neu interpretiert.
Besonders beeindruckend war, mit wie viel Engagement die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen ausfüllten. Die unterschiedlichsten Charaktere wurden lebendig, glaubwürdig und mit großer Spielfreude dargestellt. Unterstützt wurde das Ensemble von einer professionell wirkenden Bühne, passender Musik und einer durchdachten Inszenierung, die deutlich machte, wie viel Arbeit, Kreativität und Herzblut in diesem Projekt steckten.
Zwischendurch gab es eine Pause, die Gelegenheit für Gespräche und den Austausch über die bisherigen Lieblingsszenen bot.
Vor allem aber war zu sehen, wie viel Freude die Mitwirkenden selbst an ihrem Stück hatten. Die gute Stimmung auf der Bühne übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Man spürte den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und die Begeisterung, mit der alle Beteiligten dieses Projekt auf die Beine gestellt hatten.
Den gelungenen Abschluss bildete die Verteilung von Wassereis an das Publikum – ein kleines Highlight, das besonders bei den Kindern für strahlende Gesichter sorgte. So endete ein kurzweiliger Sommerabend voller Humor, Fantasie und gemeinsamer Erlebnisse.
Die Aufführung hat einmal mehr gezeigt, was entstehen kann, wenn junge Menschen Raum für Kreativität, Eigenverantwortung und gemeinsames Gestalten erhalten: ein Theaterabend, der nicht nur unterhält, sondern noch lange in Erinnerung bleibt.










