Als Elternteil erlebt man Schule oft nur in kleinen Ausschnitten.
Man hört beim Abendessen von einem spannenden Thema. Man bekommt ein Heft gezeigt oder erfährt von einer Präsentation. Vieles bleibt jedoch im Schulalltag der Kinder.
Der Kosmi-Nachmittag in der Sekundaria bietet deshalb jedes Jahr eine besondere Gelegenheit: einen Blick in die Lernwelt der Kinder.
Beim Betreten der Klassenräume wird schnell deutlich, wie vielfältig diese Lernwelt ist. Auf den Tischen liegen handgeschriebene Hefte, gestaltete Plakate, Zeichnungen, Modelle und andere Arbeiten, die in den vergangenen Wochen entstanden sind.
Die Eltern gehen durch die Räume, bleiben stehen, lesen, schauen und entdecken. Denn hier wird sichtbar, womit sich die Kinder in der letzten Zeit beschäftigt haben.
Vom großen Fluss zu eigenen Fragestellungen
Ausgangspunkt der Arbeiten war die Erzählung vom „Großen Fluss“, die sich mit dem Blutkreislauf und den Organen des menschlichen Körpers beschäftigt.
Von dort aus haben die Kinder ihre eigenen Wege gefunden.
Manche beschäftigten sich mit dem Immunsystem, andere mit dem Gehirn, der Haut, den Augen, den Zähnen, der Lunge oder dem Skelett. Wieder andere gingen ganz eigenen Fragestellungen nach.
Besonders schön ist dabei zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder arbeiten.
Einige gestalten ausführliche Hefte. Andere erstellen Plakate oder verbinden Texte mit Zeichnungen und kreativen Elementen. Jede Arbeit trägt die Handschrift des Kindes, das sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
Lernen auf individuelle Weise
Letztlich geht es nicht nur um die Ergebnisse. Mindestens genauso spannend ist der Weg dorthin.
Die Arbeiten zeigen, wie unterschiedlich Kinder Themen erforschen, Informationen sammeln, Zusammenhänge verstehen und ihre Erkenntnisse festhalten.
Gerade diese Vielfalt macht den Kosmi-Nachmittag besonders.
Man sieht nicht nur, was die Kinder gelernt haben. Man bekommt auch einen Eindruck davon, wie sie lernen.
Die Projekte der sechsten Klasse
Ein weiterer Teil der Ausstellung sind die Projekte der Sechsklässler:innen.
Die Kinder wählen hierfür ein eigenes Thema aus, das sie über einen längeren Zeitraum bearbeiten. Daraus entsteht eine schriftliche Ausarbeitung, die einer festen Struktur folgt, sowie einer Präsentation vor allen Schüler:innen der Sekundaria.
Die Themen könnten unterschiedlicher kaum sein.
In diesem Jahr reichten sie beispielsweise von Farbe über die Britischen Guards und den Zweiten Weltkrieg bis hin zu D-Day, Rassismus im Alltag oder einer Familiengeschichte über den Urgroßvater eines Kindes.
Auch hier wird deutlich, wie unterschiedlich Interessen sind – und wie viel Engagement die Kinder in ihre Arbeiten investieren.
Mehr als eine Ausstellung
In erster Linie geht es an diesem Nachmittag um die Arbeiten der Kinder. Gleichzeitig ist der Kosmi-Nachmittag auch ein Ort der Begegnung.
Auf den Fluren und in den Klassenräumen kommen Eltern miteinander ins Gespräch. Familien treffen sich, tauschen sich aus und nehmen gemeinsam Anteil an dem, was die Kinder beschäftigt.
Während die Kinder ihre Arbeiten präsentieren, entsteht somit ganz nebenbei etwas, das unsere Schule immer wieder auszeichnet: Gemeinschaft.
Ein Nachmittag voller Entdeckungen
Auch der Kosmi-Nachmittag zeigt nur einen Ausschnitt dessen, womit sich die Kinder im Schulalltag beschäftigen. Aber dieser Ausschnitt reicht aus, um zu sehen, mit wie viel Neugier, Kreativität und Eigenständigkeit sie ihre Themen angehen.
Zwischen den ausgestellten Arbeiten, den Gesprächen auf den Fluren und den Begegnungen mit anderen Familien wird sichtbar, was sonst meist in den Klassenräumen verborgen bleibt.
Genau das macht den Kosmi-Nachmittag jedes Schuljahr aufs Neue zu einer besonderen Veranstaltung für alle Eltern.














