Die Bienen sind da!

Vor zwei Wochen sind auf dem Gelände des Tiny Forest Bienen eingezogen. Bis es soweit war, waren die Bienenkinder des Donnerstagsprojekts aber schon ein halbes Jahr geduldig und andere sogar noch länger…

Vor etwa einem Jahr haben wir zuhause gemeinsam mit unseren Kindern und Nachbarn zum ersten Mal Honig geerntet. Das war eine sinnliche und schöne Erfahrung, aber auch mit körperlicher Arbeit, viel Putzen und dem Risiko verbunden, nicht nur von einer Biene, sondern gleich von einem ganzen Volk gestochen zu werden. An Bienen kann man alles erleben, was zur Nutztierhaltung gehört – diese Erfahrung passt für mich gut an eine Montessori-Schule. Der Gedanke war nicht neu, ich hatte ihn aber immer verworfen, weil auf dem Schulgelände kein guter Platz für Bienen zur Verfügung steht.

Spricht man einen solchen Gedanken laut aus, bekommt man aber manchmal eine Antwort, diesmal von meinem Sohn: Da wäre doch noch der Tiny Forest?

Im folgenden Sommerurlaub hatte ich glücklicherweise Zeit und konnte klären, dass tatsächlich nichts gegen einen Schulbienenstand auf der Grünfläche vor dem benachbarten Autohaus spräche. Mit Hilfe der Sparkassen-Stiftung konnten wir außerdem die nötigen Mittel akquirieren und ich habe mich für eine Fortbildung in Bienenpädagogik angemeldet.

Seit Januar verbringt ein tapferes Grüppchen von Kindern ihre Projekt-Donnerstage damit, sich mehr oder weniger theoretisch mit Bienen zu beschäftigen. Wir haben gebacken, Kerzen gebastelt, Bienenfilme geschaut, Wetter und Natur dokumentiert und schließlich die Bienenwohnung vorbereitet. Dazu musste die Bienenkiste (Beute) gestrichen und die Rähmchen mit Wachs versehen werden. Dazu haben wir eine stabile Unterkonstruktion gebaut, auf der die Beuten stehen können. Und jetzt endlich sind die Bienen da!

Wir haben ein Volk von einem regionalen Imker in einer Dadantbeute erworben, mehr war für dieses Jahr auch nicht geplant. Dazu bekamen wir aber von der Lukasschule in Mühltal netterweise eine interessante alte Schaubeute geschenkt. Man kann daran zwei Seitenwände entfernen und direkt in den Bienenstock schauen. So ein schönes Geschenk wollte ich nicht unbewohnt lassen und so ist ein kleiner Bienenschwarm eingezogen.

Die restlichen Donnerstagsprojekte werden wir noch nutzen, um unsere Bienen zu füttern, zu pflegen und zu beobachten. Honig können wir dieses Jahr noch nicht ernten – da werden andere Bienen aushelfen müssen.

Interessierte Kinder und Eltern sind herzlich eingeladen, am Sommerfest an unserem Stand vorbei zu schauen und an einer kleinen Bienentour teilzunehmen, sofern das Wetter mitspielt.

Johanna (Eltern)